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Kindergartengebühren: Stellvertretende CDU-Fraktionschefin Kerstin
Eisenreich weist Sert-Behauptungen als „völlig an der Sache vorbeigehend“
zurück
[13.07.10]
Als „völlig an der Sache vorbeigehend“ hat die stellvertretende
Vorsitzende der CDU-Stadtverordnetenfraktion, Kerstin Eisenreich, die
Behauptungen des Sozialdemokraten Sinan Sert hinsichtlich der
Kindergartengebühren zurückgewiesen. Mit seinem Vorschlag einer
prozentualen Festschreibung des Elternanteils an den Gebühren habe Erster
Stadtrat Armin Häuser weder einen Prozentsatz vorgegeben noch
implementiert, dass die Gebühren zwangsläufig erhöht würden.
„Armin Häuser will den Eltern eine verlässliche Größe zusichern, mit der
sie im Jahresbudget fest rechnen können“, betonte Eisenreich. Dies sei im
Interesse aller Eltern, denn es schütze sie beispielsweise vor spontanen
Gebührenerhöhungen, wie sie das Parlament angesichts finanzieller Engpässe
jederzeit beschließen könne.
Außerdem wolle Häuser innerhalb der Stadt Bad Nauheim
einen Gesamtelternbeirat installieren, dem er einmal jährlich die
Kostenstruktur im Kindergartenhaushalt vorlegen und mit dem er eventuelle
Neuerungen und ihre Auswirkungen auf die Gebührenentwicklung besprechen
wolle. Insgesamt sei dies ein wohl überlegtes, absolut transparentes und
faires Konzept, das den Eltern Sicherheit gebe und ihnen vor allem neue
Mitbestimmungsrechte einräume.
„Armin Häuser sucht den kontinuierlichen Dialog mit allen Gruppierungen,
auch mit den Eltern der Kindergartenkinder“, erläuterte Eisenreich. Dies
bedeute letztlich, dass die Eltern mitentscheiden könnten, ob sie einen
Ausbau von Infrastruktur wollten, wenn dies die Gebühren anteilmäßig um
die Summe x erhöhe.
Eisenreich erinnerte daran, dass noch vor 15 bis 20 Jahren
der Deckungsgrad der Elternbeiträge an den Kosten für jeden
Kindergartenplatz landauf, landab bei 20 Prozent und mehr gelegen habe.
Seither sei die Infrastruktur einschließlich der Betreuungszeiten
konsequent ausgebaut und verbessert worden, ohne dass die Gebühren in
entsprechendem Maß erhöht worden wären. „Das ist gut und richtig, denn wir
alle wollten den Ausbau der Kinderbetreuung“, stellte die Christdemokratin
fest.
Klar sei aber auch, dass dieser Prozess in Zeiten knappen
Geldes nicht endlos fortgesetzt werden könne. Wenn also künftig der
Gebührensatz auf einen prozentualen Anteil festgeschrieben sei und der
Gesamtelternbeirat über die Ausweitung von Angebot und Infrastruktur
mitreden könne, wäre dies der vernünftigste Weg bei der Suche nach einem
sozial ausgewogenen Interessenausgleich aller Beteiligten.
Sinan Sert müsse sich fragen lassen, welche Vorstellungen er diesem
Konzept entgegenzusetzen habe. „Nur nein sagen reicht nicht aus“, befand
Eisenreich. Sert allerdings sage vergleichsweise oft nein – beispielsweise
zur Sanierung des Eisstadions, weil er offenbar von dessen bevorstehender
Schließung überzeugt sei. Dies wiederum würde keineswegs nur die
Eishockeymannschaft treffen, sondern vor allem die rege Jugendarbeit des
Vereins sowie die vielen tausend Menschen aus Bad Nauheim und seiner
Umgebung, die zum Eislaufen kämen.
„Es ist sicher nicht einfach, in einer Stadt von der Größe Bad Nauheims
die vorhandene, außergewöhnlich vielfältige Infrastruktur angesichts
leerer Kassen aufrecht zu erhalten“, räumte Kerstin Eisenreich ein. Armin
Häuser habe hierfür überzeugende Konzepte und den
ausdrücklichen Willen, im ständigen Dialog mit den Beteiligten vernünftige
Kompromisse zu finden.
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