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[12.01.12]
Die CDU Bad Nauheim hat die Entwicklungen der letzten Wochen zur
zukünftigen Bebauung des Stoll-Geländes aufmerksam verfolgt. Eine Belebung
der Diskussion, den nun zunehmenden Wunsch nach Beteiligung der
Bürgerinnen und Bürger sowie die Einbringung von neuen Vorschlägen
begleitet die Union wohlwollend.
Der Verein „Erlebnis Bad Nauheim“ hat im Dezember mit den
Geschäftsinhabern eine Unterschriftenaktion gestartet, auf der auch viele
auswärtige Besucher der Innenstadt unterschrieben haben. Hieran kann man
den Stellenwert der Geschäfte der Innenstadt erkennen, welche in die
Region ausstrahlen sowie Besucher und Käufer anziehen. Der Vergleich der
Unterschriftenzahlen mit den erhaltenen Stimmen des jetzigen
Bürgermeisters bei der Bürgermeisterwahl ist jedoch irreführend.
Bürgermeister Armin Häuser hat stets betont, für ein offenes Verfahren zu
stehen. Wie schon im Gewerbegebiet „In den langen Morgen“ erwächst für die
innerstädtische Politik eine besondere Verpflichtung, jedoch unter
Berücksichtigung der aktuellen Haushaltslage. Die Beteiligung der Bürger
hat mit der Sitzung des Ortsbeirates Kernstadt am 11. Januar 2012 bereits
begonnen. Hier fand eine offene und fruchtbare Diskussion statt.
Gleichwohl hat der Magistrat Position zu beziehen, um eine Fortsetzung des
Verfahrens sicherzustellen. Positionen können unbequem sein, und nicht
immer allen Bürgern gerecht werden – Demokratie ist Meinungsvielfalt.
Stadtverbandsvorsitzender Oliver von Massow sagte
anlässlich des Neujahrsempfanges 2012 der CDU Bad Nauheim: „Hier ist in
der Politik Mut gefragt, denn die zu treffenden Entscheidungen werden
nicht immer populär sein. Aber: Wir wollen dabei die unterschiedlichen
Meinungen und Vorschläge aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger nicht
nur hören, sondern einfließen lassen, wo immer es möglich ist. Dies gilt
auch und insbesondere für die zukünftige Nutzung des Stoll-Geländes, und
die zuletzt entstandene, belebende Diskussion. Deshalb werden die Verträge
mit dem noch auszuwählenden Investor frühestens nach Einbringung der Ideen
durch die Bürgerinnen und Bürger, der Bürgerversammlung sowie dem
Abschluss aller Beratungen in den städtischen Gremien durch die
Verwaltungsspitze verhandelt. Dies ist ein Verfahren, welches die
Einbringung und Abwägung aller Interessen berücksichtigt.“
Gleichwohl hat der Entwurf der Firma GEDO von Beginn an
ansprechend auf die Union gewirkt, z.B. mit einem architektonisch
interessanten Konzept, dem Fußgängerweg über die Usa, sowie einem
Kreisverkehr. Nun stellt sich der Entwurf auch als finanziell interessant
dar. Die CDU Bad Nauheim befürwortet es deshalb, den GEDO-Entwurf weiter
zu verfolgen. Der Dank der Union gilt aber auch der Firma Werner aus
Fulda, die bei ihrer Vorstellung und ihrem Angebot einen sehr kompetenten
Eindruck hinterlassen hat.
Bzgl. der Detaildiskussion um das Restaurantangebot kam
der Vorschlag Fast Food im ersten Schritt von den potenziellen Investoren.
Das für und wider einzelner Angebote wurde in zahlreichen Leserbriefen in
der Presse diskutiert. Auf die Möglichkeit, nach Ladenschluss noch etwas
Essen zu können, möchte die Union ungern verzichten. Die CDU Bad Nauheim
ist dabei aber offen bzgl. einer Vorgabe für den Investor; das aktuelle
Angebot von GEDO kommt dem entgegen.
Nicht nachvollziehbar sind jedoch die Argument einiger
Kritiker, insbesondere der SPD und dessen Pressesprecher Sinan Sert. Nicht
nur, dass populistisch das Verfahren so dargestellt wird, als ob die
Bürgerinnen und Bürger die Entscheidung treffen - diese fällt letztendlich
die Stadtverordnetenversammlung, welche erst im März vergangenen Jahres
von den Bürgerinnen und Bürgern neu gewählt wurde -, vielmehr werden
Argumente angeführt, welche sich als kurzsichtig herausstellen. Dazu
gehört z.B. die Argumentation, dass nur zusammen mit einem neuen
Eisstadion eine Gewebeansiedlung sinnvoll gewesen wäre. Eine Verknüpfung
hat hier niemals bestanden; beides wäre parallel entwickelt worden.
Die Alternative, statt einem Gewerbegebiet eine
Wohnbebauung vorzunehmen, ist kurzfristig nicht möglich, da eine geänderte
Flächennutzung beschlossen sowie anschließend ein neuer Bebauungsplan
gefasst werden müsste. Die Nähe des Feuerwehrstandortes, der B3, der
Eisenbahnlinie und des Klärwerkes lassen darüber hinaus die Wohnqualität,
und damit die zu erzielenden Quadratmeterpreise fragwürdig erscheinen. Die
Ansiedlung von Handwerkern und Kleinbetrieben wäre zwar möglich, hier
fehlt es aber bisher an Interessenten. Auch erschließt sich der Union
nicht, wie die neuen Märkte der Innenstadt schaden sollen, denn die
vorgesehenen Angebote konkurrieren allenfalls mit den
Einkaufsmöglichkeiten im Gewerbegebiet „In den langen Morgen“. Der
Fachmarkt für Sportartikel wird darüber hinaus von der Union begrüßt,
ergänzt er doch das Angebot im Stadtbereich sehr sinnvoll.
Durch die Märkte auf dem Stoll-Gelände werden mehr
Menschen nach Bad Nauheim kommen, und dabei die Einkaufsmöglichkeiten der
Innenstadt ebenso prüfen wie die weiteren Angebote. Die CDU in Bad Nauheim
begrüßt deshalb die Entwicklung des Stoll-Geländes in der vorgesehenen
Form, hat unabhängig davon aber ein offenes Ohr für die Bevölkerung, und
hofft bei der zweiten Bürgerinformation am 6. Februar 2012 auf eine große
Beteiligung. „Eine optimale Entwicklung des Stoll-Geländes liegt im
Interesse aller Bad Nauheimer.“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Dietz
abschließend. |